40. Männertag auf Marienfried 2. April 2017 - Schönstatt-Männer der Erzdiözese Freiburg

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40. Männertag auf Marienfried 2. April 2017



Auf Einladung der Schönstatt-Männerbewegung und des katholischen Männerwerks in der Erzdiözese Freiburg sind am Sonntag, 2. April 2017 über 200 Männer ins Schönstatt-Zentrum Marienfried, Oberkirch, gekommen. Zum Thema des Tages, "Ein neues Gottesbild - Botschaft für den Mann von heute" sprach Schwester M. Doria Schlickmann, Schönstätter Marienschwestern, Vallendar. Erzbischof Stephan Burger, Freiburg, stellte sich einer kurzen Fragerunde und feierte mit den Männern einen feierlichen Gottesdienst


Neues Gottesbild inspiriert das neue Bild vom Mann
Impulse aus der reichen Spiritualität und der weitreichenden Lebenserfahrung des Schönstattgründers, Pater Josef Kentenich, gab Marienschwester M. Doria Schlickmann in ihrem Vortrag den Männern mit auf den Weg. Ihr zentrales Anliegen war es, ausgehend vom „neuen Gottesbild“ Impulse für ein neues Bild vom Mann darzustellen. Josef Kentenichs Gottesbild habe nicht dem Gottesbild seiner Zeit entsprochen, dem gerechten Gott, der sich dem Menschen als gestrengen Richter und Polizist zeigte und mehr Furcht als Liebe auslöste. Kentenich kündete den persönlichen Gott, der den Menschen liebt, herzlich, individuell, warm, im Dialog mit dem Menschen, zutiefst an ihm interessiert.
Der Vatergott: persönlich, barmherzig, fürsorglich

Als barmherziger Gott ist er nicht nachtragend, sondern kann verzeihen. Der Mann kann an ihm ablesen, ich darf schwach sein, Grenzen haben und bin deshalb noch lange nicht ein Versager. Diese Geborgenheit im Vatergott hilft sowohl mit Enttäuschungen, Leid und Grenzerfahrungen umzugehen, als auch mit Wärme und Interesse sich den Anvertrauten zu widmen.
Schließlich ist Gott ein fürsorglicher Vatergott, der vorausschauend „einen Plan der Weltgeschichte verfolgt, aber ihn offenlegt, transparent macht, den Menschen zu freier Mitarbeit einlädt“, so die Referentin. Dieses aktive Suchen und Eingehen sei gerade für den Mann bedeutungsvoll, denn er würde gerne aktiv an der Gestaltung der Welt mitwirken.
Für den heutigen Mann könne die Bindung an den persönlichen, barmherzigen und fürsorglichen Gott zu einem neuen Selbstverständnis und Selbstbewusstsein als Mann führen. Es stellt sich dann nicht mehr vorrangig die Frage nach dem „Macho“ oder dem „Softie“, nach dem starken, konkurrenz- und wettstreitorientierten Mann, der sich im Haushalt einbringt oder nicht, nach dem Karriere oder dem Familientyp, dem Macht- oder dem Gefühlsmensch. Der moderne Mann, der sich seiner Würde von Gott her bewusst ist, darf zärtlich einfühlsam, kraftvoll gestaltend, sich seiner Grenzen bewusst sein und muss nicht alles im Griff haben. Er bindet sich an Gott und dessen Führung. Denn dieser Gott ist das Geheimnis seiner Kraft, der Garant für seine persönliche, innere Sicherheit und der Halt, aus dem heraus er den Vielen, die Halt suchen, auch Halt geben kann.
Neu auf den Geist Gottes hören

Erzbischof Stefan Burger betonte in seiner Predigt zum Abschluss des Männertages, dass er davon überzeugt sei, dass die heutige Gesellschaft „von einem erneuerten Christentum profitiert“. Gerade im politischen Bereich bestehe in Zeiten eines krisengeschüttelten Europas die Gefahr, „dass ‚Un-Geister‘ zum Leben erweckt werden.“ In so manchen Staaten mache sich der Ungeist des Populismus breit. „Das Motto ‚Wir zuerst!‘ ist nicht nur eine Parole in den USA. Dieses Motto wabert auch durch ganz Europa“, so Burger. Alle diese Bewegungen zielten darauf ab, sich abzugrenzen und sich einzumauern. Im Blick auf das Zusammenleben in den Städten und Gemeinden, in ganz Deutschland und in Europa forderte Burger die Männer auf, neu auf den Geist Gottes zu hören. Dabei heiße erneuertes Christentum nicht, „dass alles so bleiben kann und muss, wie wir es in den vergangenen 50 oder 70 Jahre erlebt haben“. Die äußere Gestalt der Kirche sei wandelbar, Gemeinden seien veränderbar. Was sich nicht verändere, sei „das Wesen von Kirche, das in Glaube, Hoffnung und Liebe zu Christus gründet.“ Daher, so der Freiburger Erzbischof mit Vehemenz: „Nicht Lamentieren ist angesagt, nicht das Bedauern ist unsere Berufung, sondern das Vertrauen in die Zuwendung und Liebe Jesu Christi, das Vertrauen in den, der für uns bis heute Weg, Wahrheit und Leben ist.“
Überzeugte und überzeugende Christen sind gefragt
In einem Pressegespräch am Rand der Veranstaltung betonte Burger, dass das diesjährige Reformationsgedenken eine Gelegenheit sei, „um die Gemeinsamkeiten zu stärken ohne die Unterschiedlichkeiten zu verschweigen.“ Der Wunsch Jesu, dass die Christen eins seien, erfordere eine Antwort auf die Frage, „wie wir es schaffen können, uns noch mehr anzunähern.“

Angesichts der Erfahrung von sich ausbreitendem Glaubensschwund und abnehmendem Interesse an Kirche und Glaube sei „der Grundauftrag der Kirche, immer wieder neu die Botschaft Jesu Christi zu verkünden“ bleibend aktuell. Dazu brauche es allerdings kreative Wege und vor allem „überzeugte und überzeugende Christen, die andere neugierig machen, die ihre Erfahrungen mit Gott selbstbewusst, aber unaufdringlich weitergeben“, so der Bischof. Und es brauche eine Sprache, die die Menschen heute verstehen. Er persönlich sei gewiss, „dass Gott auch heute wirkt, dass es Vielen aber schwer fällt, dies zu entdecken.“
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