Bericht Oasentag 2018 - Schönstatt-Männer der Erzdiözese Freiburg

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Zum Oasentag der Schönstatt-Männer Erzdiözese Freiburg konnte Diözesanverantwortlicher Manfred Schemel im Heiligtum Oberkirch Marienfried Standesleiter Pfr. Michael Dafferner, Iffenzheim, Marienbruder Ernest M. Kanzler, Schönstatt und 19 Männer begrüßen.
 
In der Einstimmung nahm Herr Kanzler Bezug auf die vergangenen Ereignisse am Ort Schönstatt. Beginnend mit dem Krönungsgebet der Schönstatt-Männer anläßlich der Krönung 2012 der Gottesmutter im Tabor-Heiligtum, dem Männerheiligtum in Schönstatt, im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr 2014 anläßlich der Gründung Schönstatts und die „Botschaft an die Schönstatt-Familie zum 50. Jahrestag des Heimganges von Pater Josef Kentenich am 15. September 2018“. Diese historischen Ereignisse wollen verstanden werden als ein Zusammenwirken diesseitiger und jenseitiger Initiativen wie sie in der Botschaft zum 15. September 2018 in zwei Punkten aufgezeigt wird:
 
1. Was sagt unser Vater und Gründer uns in dieser Stunde?
 
    Unser Gründer ist für uns als Familie ein Spiegel Christi geworden. So dürfen wir uns vorstellen, dass er in ähnlicher Weise zu uns spricht.
 
„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ (Joh 15,4) – Schöpferische Gründertreue.
 
    „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12) – Cor unum in Patre.
 
    „Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“ (Joh 15,16) – Schönstatt im Aufbruch.
 
2. Was sagen wir, seine Schönstatt-Familie, heute zu unserem Vater und Gründer?
 
    Dank für die Gnadenquelle des Heiligtums, geistige Heimat und Familie, Spiritualität und Wegweisung, ...
 
    Bitte um ... prophetischen Geist ...
 
    Bereitschaft und Treue versprechen ... Treue zu Gründer und zu seinem Charisma, Treue zu seinem Werk und zu seiner Familie, Treue zu seiner Sendung für die Kirche und die heutige Zeit.
 
Im Anschluss versammelten sich die Männer zur Statio an Pater Reinisch Stele und gedachten des Märtyreres der Gewissenstreue.
 
Pfarrer Michael Dafferner ging in seinem Besinnungsvortrag von der neuen Jahreslosung der Männerliga „Apostelzeit - von Dir erwählt, geliebt, gesandt.“ aus.
 
Gott erwählt und beruft Menschen in seinen Dienst. Auch Jesus beruft Menschen in seine Nachfolge und sendet sie aus als Boten seiner Frohen Botschaft.
 
Vor dem Pfingstfest betet Maria mit den Jüngern um das Kommen des Heiligen Geistes und durch das Wirken des Heiligen Geistes werden ängstliche Jünger in mutige Apostel wie Petrus verwandelt.
 
Deshalb braucht es heute noch Männer und Christen, die im Liebesbündnis mit Maria apostolisch und missionarisch in Welt und Kirche tätig sind - deshalb ist auch heute "Apostelzeit".
 
Um 11.00 Uhr feierten die Teilnehmer mit Herr Pfarrer Dafferner die Heilige Messe im Heiligtum.
 
In seiner Predigt im Gottesdienst legte Pfarrer Dafferner das Tagesevangelium mit dem Lied „Mit Ernst, Menschenkinder“ die beginnende Adventszeit aus.
 
Wir sollen uns nicht nur auf die Geburt Jesu vorbereiten, sondern auch auf die Wiederkunft Jesu am Ende der Zeit und wachsam die Zeichen der Zeit deuten.
 
Nach dem Mittagessen war Beichtgelegenheit und Gebet im Heiligtum.
 
Beim ersten Teil des Nachmittags erläuterte Herr Kanzler die neue Jahreslosung anhand der Personen auf der Jahreslosungskarte: Mario Hiriart, Josef Engling, Josef Kentenich und Franz Reinisch. Zuvor wies er aber hin auf den Text des Steines der Freiburger Schönstatt-Männer in der Ligagnadenstätte auf dem Marienberg in Schönstatt und auf die Inschrift an der Mariensäule in Oberkirch „Die MTA ist der große Missionar, sie wird Wandlungswunder wirken und das christliche Abendland retten.“ (Worte Pater Kentenichs am 4. September 1967 in Oberkirch).
 
Diese Rettung des Abendlandes hat aber nichts zu tun mit „Kreuzzügen“, sondern mit den sogenannten Wallfahrtsgnaden der Schönstatt-Heiligtümer, nämlich: Beheimatung, Umwandlung und apostolische Fruchtbarkeit. Diese Wallfahrtsgnaden stellte der Referent in Beziehung zur aktuellen Jahreslosung der Schönstatt-Männer, indem er sie wie folgt zuordnet: „erwählt“ – beheimatet, „geliebt“ – umgewandelt und „gesandt“ – apostolische Fruchtbarkeit. An den genannten Personen zeigte er dann diese Beziehung bzw. Entwicklung auf.
 
In den Tagebuchaufzeichnungen Mario Hiriarts (1931–1964) läßt sich diese Entwicklung (erwählt – geliebt – gesandt) bei ihm gut nachvollziehen. Er schreibt während seiner Ferien nach einem Besuch auf einem Friedhof: „an einem Sommerabend im Jahr 1951 betete ich den Engel des Herrn: In diesem Augenblick hatte ich den lichten und überaus klaren Eindruck, daß ich die Mystiker verstehen konnte, und das erste Mal in meinem Leben empfand ich das ungeheure, überwältigende Bewußtsein der Gegenwart Gottes an meiner Seite. Seitdem begann ich, Gott in der Natur zu spüren und ihn durch sie mit allen meinen Fähigkeiten zu lieben.“
 
Oder wie Josef Engling (1898–1918) in seinem Brief schrieb: „Vor einigen Tagen, als die Granaten rechts und links neben mir einschlugen, betete ich wie gewöhnlich zum Mütterchen (Gottesmutter, d.R.) und versetzte mich in unsere Kapelle. Da fühlte ich mich meinem lieben Mütterchen so nahe wie noch nie in meinem Leben. Ihre Nähe kam mir so süß und lieblich vor, ich fühlte nicht mehr die geringste Angst vor den Granaten. Es war ein glücklicher Zustand, in dem ich immer hätte bleiben wollen. Wie schön und erhaben, wie lieblich und vertrauenerweckend ist doch unsere liebe Mater ter admirabilis. Eine große Sehnsucht nach ihrem Heiligtum, nach Ihnen und den lieben Mitstudenten überkommt mich öfter.“
 
Von Pater Josef Kentenich (1885–1968) haben wir folgendes Zeugnis, das er bei einer seiner eigenen Geburtstagsfeier gesprochen hat: „Wir haben in den letzten Wochen schon ein paarmal das Wort gehört, das Gott zum Propheten Isaias gesprochen hat: "Bevor du im Mutterschoße empfangen warst, hatte ich dich schon erwählt und bei deinem Namen gerufen: Mein bist du!" (Vgl. Jer 1,5; Is 49,1; Is 43,1). Das Wort passt in einzigartiger Weise zum heutigen Tag, dem Fest, das uns hier im Kapellchen heute vereint. Was heißt das: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Mein bist du!"? Das heißt zunächst: Gott hat mich ins Dasein gerufen. Wir glauben, dass der liebe Gott heute vor 73 Jahren so gesprochen hat. Er sagte: Ich habe dich aus dem Nichts ins Dasein gerufen! Vor 73 Jahren rief er mich mit meinem Namen und sagte: Du bist mein! Was heißt das? Er sagte, mein bist Du mit deiner Originalität und deiner originellen Sendung... Meine Sendung war es und ist es, der Welt das Mariengeheimnis zu künden!
 
Bei Pater Kentenich war es wohl eine einzigartige und klare Erkenntnis, die zu seinem „Schlüsselerlebnis“ wurde.
 
Pater Franz Reinisch (1903–1942) wird als Held der Gewissenstreue bezeichnet, weil er den Fahneneid unter Hitler nicht geleistet hat und deswegen enthauptet wurde. Er konnte diesen Fahneneid nicht mit seinem Gewissen in Einklang bringen. Franz Reinisch ist deswegen für die Schönstatt-Männer ein bedeutendes Vorbild, zumal er auch als Männerseelsorger tätig war.
 
So geben diese Männer, die unterschiedliche Berufungserlebnisse bzw. -herausforderungen erfahren haben, Zeugnis vom Wirken Gottes im Menschen und machen Mut, Apostelzeit zu leben.
 
Der zweite Teil des Nachmittags war der Information aus Schönstatt gewidmet und diese wurde anhand vom Filmen gegeben. Es wurden Filmausschnitte der Jubiläumsfeier 50 Jahre Todestag Pater Kentenichs in Schönstatt gezeigt. Diese Feier war international in den Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch/Portugiesisch gestaltet und dauerte zwei Stunden.
 
Ebenso wurden Filmausschnitte des Pontifikalamtes in der Kathedrale von Cambrai / Nordfrankreich vorgeführt. Zelebriert wurde dieses Amt vom neuen Erzbischof von Cambrai, Vincent Dollmann, und dem emmeritierten Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch sowie zahlreichen Priestern u. a. dem deutschen Bewegungsleiter, Pater Ludwig Güthlein. Diese Hl. Messe bildete den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten 100 Jahre Todestag Josef Englings und war ebenso international gestaltet. Erzbischof Vincent Dollmann, der Weihbischof in Straßburg war, hielt den zweiten Teil seiner Predigt in Deutsch und ermunterte am Ende der Messe die deutschen Pilger das Te Deum „Großer Gott, wir loben Dich...“ in Deutsch zu singen.
 
Den Oasentag beendeten die Männer mit einer kleinen Abschlussfeier im Heiligtum.
 
E. M. Kanzler






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