Tag der Männer in Waldstetten - Schönstatt-Männer der Erzdiözese Freiburg

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Tag der Männer in Waldstetten

Gut angekommen ist wieder der "Tag der Männer" im Schönstattzentrum Mariengart in Waldstetten am zweiten Fastensonntag.
Trotz Grippewelle waren 60 Männer der Einladung der Schönstattfamilie gefolgt, um sich einen Tag mit geistigen Themen zu beschäftigen und ihre Gedanken auf Gott und die Welt auszurichten. Der Referent der Tagung, Pfarrer Lukas Wehrleaus Oberkirch, Diözesanleiter der Schönstattfamilie der Erzdiözese Freiburg sprach zum Thema: „Wunderbar3 - ein Marienbild bewegt". Wie entstand die Bezeichnung die „Dreimal wunderbare Mutter“?
Vom Trödelladen um die Welt - Der Siegeszug eines Gnadenbildes
Erst nach der Gründung der Schönstattfamilie durch Pater Kentenich im Jahre 1914 fand der Lehrer in einem Trödlerladen das Marienbild und kaufte es. Ihm gefiel es und man brachte es nach Schönstatt, wo es nach einigem Zögern im Ur-heiligtum angebracht wurde. Den Titel der „Dreimal wunderbare Mutter" übernahm man von der Ingolstädter Marianischen Kongregation von 1604, die den Schülern als Vorbild diente. Und dieses Muttergottesbild mit dem Jesuskind nahm seinen Lauf um die Welt. In allen Erdteilen und allen Schönstattheiligtümern ist es zu finden. Das "Bild aus dem Trödlerladen" wurde zum Markenzeichen der Schönstattfamilie. Pater Kentenich hatte mit seinen Schülern das Liebesbündnis mit der Gnadenmutter von Schönstatt erdacht und gegründet. Unzählige Menschen hat das Gnadenbild seither berührt. Maria bewegt auch heute die Menschen und wirkt "wunderbar hoch drei". Sie bietet Heimat und Schutz und bei ihr ist man als Glaubender zuhause. Pfarrer Wehrle deutete die besondere Geschichte des Bildes: Sie, die gewissermaßen selbst in der Abstellkammer stand, will für alle da sein, insbesondere für die Armen und die, die am Rande stehen. Die Gnadenmutter ist wunderbar am Werk und wirkt als Werkzeug Gottes, mit uns.
Karl Leisner: 100. Geburtstag am 28. Februar und 70. Jahrtag der Priesterweihe im KZ Dachau.
Pfarrer Lukas Wehrle ging in seinem Referat auch auf den im Jahre 1996 durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen Karl Leisner ein. "Jesus, du meine Leidenschaft" hatte er einmal als Jugendlicher in sein Tagebuch geschrieben. Und sein sehnlichster Wunsch war Priester zu werden. Wegen seiner Äußerung zum Hitlerattentat im November 1939, dessen Scheitern er bedauerte, wurde er ins KZ eingeliefert, wo er als Tbc-Kranker 5 Jahre verbrachte. Karl Leisner war in seiner Jugend 1933 zur Schönstattbewegung gekommen. Vom Bischof von Münster, August Graf von Galen, wurde er zum Diözesanjungscharführer ernannt. Karl Leisner sah es als seine Aufgabe an für die "junge Kirche" zu arbeiten, nach dem Motto: "Es lebe Christus in deutscher Jugend". Der französische Bischof von Clermond-Ferrand, der beim Rückzug der deutschen Wehrmacht in das KZ Dachau überführt wurde, weihte schließlich den 30 jährigen Karl Leisner im Geheimen zum Priester. Sein Primizamt hielt er am 2. Weihnachtsfeiertag 1944 am Festtag des hl. Stephan, des ersten Blutzeugen für Christus. "Herr verzeihe auch meinen Feinden", war einer der letzten Sätze in seinem Tagebuch.
Pfarrer Lukas Wehrle wies daraufhin, dass dieser Ausspruch eine Briefmarke schmückt, eine Sondermarke, die jetzt zum 100. Geburtstag Karl Leisners herausgegeben wurde. Karl Leisner wurde zwar aus dem KZ Dachau befreit, starb aber im August 1945 im Sanatorium Planegg bei München. Der ehemalige Häftling wurde später in dem von Hitler erbauten Berliner Olympia-Stadion selig gesprochen.
Aufeinander zugehen
Pfarrer Lukas Wehrle bezog sich auf die Ereignisse im Leben jedes Einzelnen bei der Interpretation des Glaubenslebens. Jeder muss wachsam sein, jeder muss sich fragen, wo spricht Gott zu mir. Jeder muss offen sein, denn Gott geht auf uns zu. Und so sollen auch wir vor den Problemen der Welt nicht die Augen verschließen und z.B. auch gegenüber den Flüchtlingen in der heutigen Zeit offen sein und auf sie zu gehen.
So gelte es auch immer wieder über den Glauben zu sprechen, jungen Menschen positiv über persönliche Glaubenserfahrungen zu berichten und nicht im "stillen Kämmerlein" sitzen zu bleiben. Wo kann ich Zeugnis für Christus und seine Kirche ablegen, so sollte sich jeder immer wieder fragen. Auch Pater Kentenich wies oft daraufhin, "wach zu sein für das Laienapostolat". Gott hat die Kraft uns zu verwandeln und uns zu Trägern seiner Botschaft zu machen. Wir sollen weitersagen "woraus wir leben".
Dazu passte das Evangelium des Tages: Die Verklärung auf dem Berg Tabor. Der
impulsive Petrus, der dabei war, wollte gleich dort bleiben und drei Hütten bauen.
Aber die Wirklichkeit holte ihn wieder ein, als sie vom Berg abstiegen.
Bei diesem Gottesdienst und dem anschließenden Kaffee klang der Besinnungstag
aus.

Gustav Grimm

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